Energieeffizienzklasse verbessern: 7 Tipps für 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Energieeffizienzklasse Ihres Gebäudes (Skala A+ bis H) ist kein Schicksal — sie lässt sich durch gezielte Sanierungsmaßnahmen oft deutlich verbessern.
  • Die wirksamsten Massnahmen sind Fassadendämmung, Heizungstausch und Fenstertausch. Die günstigsten sind Geschossdecken- und Rohrdämmung (teils gesetzliche Pflicht nach GEG §71 ↗).
  • Viele Maßnahmen werden über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit bis zu 70 % der Kosten gefördert — über die KfW ↗ und das BAFA ↗.
  • Eine bessere Effizienzklasse steigert den Immobilienwert, senkt die Heizkosten und macht Ihre Immobilie attraktiver für Käufer und Mieter.
  • Nach einer Sanierung sollten Sie einen neuen Bedarfsausweis erstellen lassen, um die Verbesserung im Energieausweis abzubilden. → Bedarfsausweis ab 290 EUR bestellen

Wenn Sie Ihren Energieausweis in den Händen halten, sehen Sie auf der Farbskala sofort, wo Ihr Gebäude steht: Ein A oder B ist ein starkes Verkaufsargument. Ein F, G oder H kann den Verkaufspreis drücken und Mietinteressenten abschrecken.

Die gute Nachricht: Die Energieeffizienzklasse ist das Ergebnis der technischen Ausstattung Ihres Hauses — und die lässt sich ändern. Mit den richtigen Sanierungsmaßnahmen können Sie die Effizienzklasse oft um mehrere Stufen verbessern, den Wert Ihrer Immobilie steigern und gleichzeitig Heizkosten sparen.

Wir zeigen Ihnen die 7 effektivsten Maßnahmen — sortiert von günstig und einfach bis umfangreich und wirkungsvoll. Inklusive Kostenrahmen und Fördermöglichkeiten.

Was bedeuten die Energieeffizienzklassen A+ bis H?

Die Energieeffizienzklasse gibt an, wie viel Energie ein Gebäude pro Quadratmeter und Jahr verbraucht oder benötigt. Sie wird im Energieausweis auf einer farbcodierten Skala von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient) dargestellt.

  • A+ (unter 30 kWh/m²a): Passivhaus, Nullenergiehaus
  • A (30–49 kWh/m²a): KfW-Effizienzhaus, umfassend sanierter Altbau
  • B (50–74 kWh/m²a): Neubau nach aktuellem Standard
  • C (75–99 kWh/m²a): Gut sanierter Altbau
  • D (100–129 kWh/m²a): Teilsanierter Altbau
  • E (130–159 kWh/m²a): Älterer Altbau mit einzelnen Sanierungen
  • F (160–199 kWh/m²a): Unsanierter Altbau (1970er–1980er)
  • G (200–249 kWh/m²a): Unsanierter Altbau (1950er–1960er)
  • H (über 250 kWh/m²a): Stark sanierungsbedürftiger Altbau

Je besser die Klasse, desto niedriger die Heizkosten — und desto attraktiver die Immobilie auf dem Markt. Die Effizienzklasse muss in jeder Immobilienanzeige als [Pflichtangabe](/blog/energieausweis-pflicht-was-passiert-wenn-er-fehlt) aufgeführt werden.

Die 7 effektivsten Maßnahmen im Überblick

1. Oberste Geschossdecke dämmen — die oft vergessene Pflicht

Die Dämmung der obersten Geschossdecke (also des Fußbodens auf Ihrem unbeheizten Dachboden) ist eine der einfachsten und kostengünstigsten Maßnahmen mit schnellem Effekt. Wärme steigt nach oben — ist der Dachboden nicht gedämmt, entweicht ein grosser Teil Ihrer Heizenergie ungenutzt.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Mittel bis hoch
  • Kostenrahmen: 30–60 EUR pro m² (bei ca. 100 m² Dachboden = 3.000–6.000 EUR)
  • Förderung: Bis zu 15 % über BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) + 5 % Bonus mit individuellem Sanierungsfahrplan iSFP ↗
  • Umsetzung: Oft in 1–2 Tagen, teilweise in Eigenleistung möglich

Wichtig: Das GEG schreibt diese Dämmung als Nachrüstpflicht vor GEG §71 ↗, wenn die Geschossdecke über beheizten Räumen nicht den Mindeswärmeschutz erfüllt.

2. Heizungsrohre dämmen — minimaler Aufwand, sofortige Wirkung

Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen (Keller, Abstellräume) heizen den Keller statt Ihre Wohnräume. Die Dämmung ist eine weitere Nachrüstpflicht nach GEG — und eine der günstigsten Maßnahmen überhaupt.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Gering bis mittel (aber hervorragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis)
  • Kostenrahmen: 5–15 EUR pro laufendem Meter (Material). Bei einem typischen Einfamilienhaus: 200–500 EUR
  • Förderung: Als Teil von BEG-Einzelmaßnahmen förderbar
  • Umsetzung: Wenige Stunden, problemlos in Eigenleistung

3. Fenstertausch — Schluss mit Zugluft und Energieverlust

Alte Fenster mit Einfach- oder alter Zweifachverglasung sind große Schwachstellen in der Gebäudehülle. Moderne Fenster mit Dreifachverglasung und wärmegedämmten Rahmen reduzieren den Energieverlust erheblich und steigern gleichzeitig den Wohnkomfort.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Hoch
  • Kostenrahmen: 500–1.200 EUR pro Fenster (je nach Größe und Ausführung). Bei 10–15 Fenstern: 5.000–18.000 EUR
  • Förderung: Bis zu 15 % über BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) + 5 % iSFP-Bonus
  • Umsetzung: Je nach Anzahl 2–5 Tage

4. Fassadendämmung — die größte Wirkung

Die Außenwand ist die größte Fläche, über die ein Gebäude Energie verliert. Eine Fassadendämmung (z. B. ein Wärmedämmverbundsystem, WDVS) ist wie eine warme Winterjacke für Ihr Haus — und macht oft den größten Sprung in der Effizienzklasse möglich.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Sehr hoch (oft 2–3 Klassen Verbesserung)
  • Kostenrahmen: 100–200 EUR pro m² Fassadenfläche. Bei einem typischen Einfamilienhaus (ca. 150 m² Fassade): 15.000–30.000 EUR
  • Förderung: Bis zu 15 % über BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) + 5 % iSFP-Bonus
  • Umsetzung: 2–4 Wochen (abhängig von Gebäudegröße und Witterung)

5. Heizungstausch — das Herzstück erneuern

Eine 25 Jahre alte Öl- oder Gasheizung arbeitet weit unter dem heutigen Effizienzstandard. Der Umstieg auf eine moderne Heizung — insbesondere auf erneuerbare Energien — hat einen enormen Effekt auf die Energieeffizienz und macht Sie unabhängiger von fossilen Brennstoffen.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Sehr hoch
  • Kostenrahmen: 15.000–35.000 EUR (je nach Technologie)
  • Förderung: Bis zu 70 % der Kosten über KfW-Heizungsförderung ↗ (Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeits-Bonus 20 % + Einkommens-Bonus 30 %)
  • Umsetzung: 1–3 Tage Installation (plus Planungsvorlauf)

Technologie Optionen:

  • Wärmepumpe: Nutzt Umgebungswärme (Luft, Erde, Wasser). Hohe Effizienz, niedrige Betriebskosten.
  • Pelletheizung: Nachwachsender Brennstoff, CO2-neutral.
  • Fernwärme: Wo verfügbar eine komfortable Lösung ohne eigene Heizungsanlage.
  • Brennwertkessel (Gas): Deutlich effizienter als alte Niedertemperaturkessel — als Übergangslösung.

6. Kellerdeckendämmung — gegen kalte Füße

Was für das Dach gilt, gilt auch für den Keller. Ist der Keller unbeheizt, zieht die Kälte durch die ungedämmte Decke in das Erdgeschoss. Die Dämmung der Kellerdecke (von unten) ist vergleichsweise einfach und sorgt schnell für spürbar wärmere Füße und eine bessere Energiebilanz.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Mittel
  • Kostenrahmen: 30–60 EUR pro m². Bei ca. 80 m² Kellerdecke: 2.400–4.800 EUR
  • Förderung: Bis zu 15 % über BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) + 5 % iSFP-Bonus
  • Umsetzung: 1–2 Tage

7. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Modern gedämmte Häuser sind sehr dicht — das ist gut für die Energieeffizienz, erfordert aber regelmässiges Lüften zur Vermeidung von Schimmel. Beim Fensteröffnen im Winter geht jedoch wertvolle Heizwärme verloren. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung löst dieses Problem: Sie sorgt rund um die Uhr für frische Luft und überträgt dabei bis zu 90 % der Wärme aus der Abluft auf die frische Zuluft. Besonders sinnvoll in Kombination mit Dämm-Maßnahmen.

  • Effekt auf Effizienzklasse: Hoch (besonders in Kombination mit Dämmung)
  • Kostenrahmen: 5.000–12.000 EUR (zentrale Anlage) bzw. 2.000–5.000 EUR (dezentrale Einzelraumgeräte)
  • Förderung: Bis zu 15 % über BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) + 5 % iSFP-Bonus
  • Umsetzung: 2–5 Tage

Ab 2024 gilt die GEG-Pflicht zum Einbau von Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien bei Neueinbau in Neubaugebieten. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen.

Tipp: Lassen Sie sich vor größeren Sanierungen einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) ↗ erstellen. Er zeigt die optimale Reihenfolge der Maßnahmen und sichert Ihnen den zusätzlichen 5-%-Förderbonus. Einen qualifizierten Energieberater finden Sie über die Energieeffizienz-Experten-Liste ↗.

Was ändert sich 2026? Die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD)

Ab Mai 2026 tritt die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, kurz EPBD ↗ in Kraft. Für die Energieeffizienzklassen bedeutet das:

  • Neue Skala: Die bisherige Skala A+ bis H wird durch eine einheitliche europäische Skala von A bis G ersetzt. Klasse A entspricht künftig einem Nullemissionsgebäude.
  • Strengere Bewertung: Die Kriterien für die einzelnen Klassen werden EU-weit harmonisiert — ein Gebäude der heutigen Klasse C könnte nach neuer Skala schlechter eingestuft werden.
  • Renovierungspässe: Energieausweise sollen künftig auch konkrete Sanierungsempfehlungen mit Zeitplan enthalten.

Wichtig: Die EPBD muss erst in deutsches Recht (GEG) umgesetzt werden. Bis dahin gelten die aktuellen Regeln und die Skala A+ bis H. Bestehende Energieausweise behalten ihre Gültigkeit (10 Jahre ab Ausstellung).

Was bedeutet das für Ihre Sanierung? Die Anforderungen werden tendenziell steigen. Wer jetzt saniert und die Effizienzklasse verbessert, ist auch für die neuen Regeln besser aufgestellt. Die oben genannten 7 Maßnahmen bleiben unabhängig von der Skalenumstellung wirksam.

Nach der Sanierung: Neuer Energieausweis

Eine Sanierung verbessert Ihr Gebäude — aber Ihr alter Energieausweis zeigt das nicht. Damit die Verbesserung auch auf dem Papier sichtbar wird, sollten Sie nach einer Sanierung einen neuen Bedarfsausweis erstellen lassen.

Warum ein Bedarfsausweis und kein Verbrauchsausweis?

Der Verbrauchsausweis basiert auf den Energieabrechnungen der letzten drei Jahre — er bildet also den Zustand vor der Sanierung ab. Der Bedarfsausweis bewertet dagegen die aktuelle bauliche und technische Qualität Ihres Gebäudes und zeigt die Verbesserung sofort. [Mehr zum Unterschied zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis erfahren Sie in unserem Vergleichsartikel. →](/blog/verbrauchsausweis-vs-bedarfsausweis-welchen-brauche-ich-fuer-meine-immobilie)

Ein neuer Bedarfsausweis nach der Sanierung:

  • Dokumentiert die Verbesserung der Effizienzklasse
  • Steigert den Verkaufswert, weil Käufer die bessere Klasse in der Anzeige sehen
  • Ist 10 Jahre gültig und ersetzt den alten Ausweis
  • Kostet ab 290,00 EUR inkl. MwSt. bei uns → Bedarfsausweis bestellenUnknown Node

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Fazit: Ein besserer Energieausweis ist bares Geld wert

Ein schlechter Energieausweis ist kein Makel — er ist eine Chance. Er zeigt Ihnen genau, wo das energetische Potenzial Ihrer Immobilie liegt. Viele Maßnahmen werden grosszügig gefördert (bis zu 70 % beim Heizungstausch), und selbst günstige Maßnahmen wie die Rohrdämmung bringen spürbare Verbesserungen. Die Investition in die Energieeffizienz zahlt sich dreifach aus: Sie steigern den Immobilienwert, senken Ihre Heizkosten und verbessern den Wohnkomfort. Und mit dem richtigen Energieausweis machen Sie die Verbesserung sichtbar — für Käufer, Mieter und sich selbst.

→ Noch Fragen? In unseren FAQs finden Sie Antworten rund um den Energieausweis.

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